Die Kombüse war der wärmste Raum auf dem Schiff. Polly war schon einmal hier gewesen, hatte aber immer nur von der Seite zugeschaut, nie an einem Arbeitstag. Heute ging sie absichtlich hinein.
🔊 Listen to this paragraph Hide audio
Der Koch war ein kleiner, kräftiger Mann mit einer leisen Stimme und Oktopus-Tattoos auf seinen Unterarmen. Sein Name war Esteban. Er kochte seit neun Monaten auf diesem Schiff. Davor hatte er auf einem Thunfischfangschiff gekocht. Es schien ihm nichts auszumachen, dass Polly auf seiner Arbeitsfläche saß.
🔊 Listen to this paragraph Hide audio
"Hier draußen gibt es keinen Markt", sagte er. "Wir bekommen unsere Vorräte in Guam. Frische Lebensmittel für die ersten drei Tage. Dann Tiefkühlkost. Dann Dosen."
🔊 Listen to this paragraph Hide audio
Er zeigte ihr den Gefrierraum. Er war so groß wie eine Telefonzelle. Drinnen: vakuumverpacktes Schweinefleisch, gefrorener Brokkoli, Butterblöcke, ein ganzer Thunfisch mit glasigen Augen.
🔊 Listen to this paragraph Hide audio
Hinter dem Gefrierraum waren die Trockenlager: Reis in großen Plastikbehältern, Linsen, Nudeln, Mehlsäcke für das Brot, das er jeden Morgen backte.
🔊 Listen to this paragraph Hide audio
Die Besatzung bestand aus siebenundzwanzig Personen. Jeder arbeitete hart, schlief wenig, angespannt auf seine eigene Weise. Esteban sagte, seine Aufgabe sei es nicht nur, sie zu ernähren. Es sei, sie zu verankern.
🔊 Listen to this paragraph Hide audio
"Drei Mahlzeiten am Tag, jeden Tag zur gleichen Zeit, bei jedem Wetter", sagte er. "Wenn alles andere unsicher ist, ist das Essen sicher."
🔊 Listen to this paragraph Hide audio
Read it. Then say it.
Shadow this paragraph in the PollyStop app — record yourself, see how close your pronunciation gets to a native speaker's, sentence by sentence. Free.
Polly beobachtete ihn bei der Arbeit. Er machte Arroz con Coco: Reis, der in Kokosmilch gekocht wird. Er röstete den Reis zuerst im trockenen Topf, bis die Körner eine schwache Bernsteinfarbe annahmen. Dann goss er Kokosmilch und Wasser hinein. Er deckte den Topf ab und stellte einen Timer auf fünfundzwanzig Minuten.
🔊 Listen to this paragraph Hide audio
Dann schaute er ein paar Sekunden auf den Timer, als traue er sich nicht ganz zu, zu warten.
🔊 Listen to this paragraph Hide audio
"Und der Tauchgang morgen?", fragte Polly. "Was isst der Pilot unten?"
🔊 Listen to this paragraph Hide audio
Esteban lächelte. "Sandwich. Käse und Schinken. Ein Apfel. Eine Flasche Wasser. Sechs Stunden hin und zurück. Nichts Besonderes."
🔊 Listen to this paragraph Hide audio
Der Reistimer tickte weiter. Eine Pfanne Öl begann, sich für die Eier zu erhitzen. Das frische Brot, das Esteban um vier Uhr morgens gebacken hatte, lag unter einem sauberen Tuch auf der Fensterbank. Er bemerkte, dass Polly kein Frühstück gegessen hatte. Er schnitt eine Scheibe Mango ab und legte sie neben sie. Sie aß sie. Er wandte sich wieder dem Reis zu.