Es passiert jeden Winter. Du bist draußen in der Kälte, holst dein Handy heraus, um die Karte zu checken, und es geht aus. Vor einer Minute zeigte es noch vierzig Prozent an. Hat der Akku gelogen? Gewissermaßen schon.
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In deinem Handy steckt ein Lithium-Akku, und ein Akku ist kein Stromtank. Er ist eine kleine chemische Fabrik. Strom entsteht, wenn Teilchen zwischen zwei Seiten des Akkus wandern, und wie bei den meisten chemischen Prozessen wird diese Bewegung langsamer, wenn es kalt wird. In eisiger Luft bewegen sich die Teilchen so träge, dass der Akku nicht genug Energie liefern kann, und seine Spannung sinkt. Das Handy erkennt die niedrige Spannung, denkt, der Akku muss leer sein, und schaltet sich zum Schutz ab.
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Den Beweis bekommst du später. Du gehst in einen warmen Raum, die Chemie erwacht wieder, und dasselbe Handy springt mit dreißig Prozent Akku an, als wäre nichts gewesen. Die Energie war die ganze Zeit da, nur eingefroren hinter einer langsamen Reaktion. Deshalb solltest du im Winter dein Handy in einer Innentasche tragen, nah an deiner Körperwärme. Der Akku ist nicht schwach. Er ist einfach kein Fan von deinem Wetter.