Das Metallgebäude saß wie eine Kiste auf dem weißen Salz. Polly flog hoch darüber und beobachtete die Überwachungskameras und Wachen unten. Die Wachen wussten nicht, dass die größte Gefahr vom Himmel kam.
"Zwei Wachen an der Haupttür," flüsterte sie in den kleinen Sender unter ihrem Flügel. "Ein anderer läuft herum. Er raucht beim Generator."
"Perfekt," kam Elenas Stimme durch das Radio zurück. "Die Öffnung des Lüftungssystems ist auf der Nordseite. Sie sollte groß genug für dich sein."
Polly glitt hinunter und landete leise auf dem Dach. Das Metall war noch warm von der Sonne des Tages. Sie fand das Lüftungsgitter und quetschte sich hindurch, obwohl es sehr eng war. Sie folgte Elenas Anweisungen durch die Metallrohre.
"Der Computerraum sollte jetzt direkt unter dir sein," flüsterte Elena.
Polly schaute durch die Lamellen. Unten summten viele Computer und blinkten mit blauen und grünen Lichtern. Der Raum war leer, weil die Nachtarbeiter woanders waren.
Sie öffnete das Gitter mit ihrem Schnabel und ließ sich durchfallen. Dann hüpfte sie auf einen Schreibtisch und fand das richtige Computerterminal. Das Passwort "Admin123" funktionierte problemlos.
Mit ihrem Schnabel drückte Polly die Tasten und fand die versteckten Dateien. "Oh nein," hauchte sie. Die tatsächlichen Kontaminationswerte waren zehnmal schlimmer als das, was die Firma gemeldet hatte. Es gab auch E-Mails über das Verbergen des Schadens.
Sie begann, die Dateien auf Elenas Laufwerk herunterzuladen, aber dann hörte sie Stimmen draußen.
"Polly, du musst dich beeilen," drängte Elena. "Sonnenaufgang in zwölf Minuten."
Der Download war gerade fertig, als Schritte den Flur hinunterkamen. Polly schnappte sich das Laufwerk und flog zurück zum Lüftungsschacht. Sie kroch schnell hindurch, als die Tür sich zu öffnen begann.
Sie brach aus dem Gebäude aus, als die Sonne aufging. "Ich habe es," keuchte sie und landete auf Elenas verstecktem Auto. "Alles, was wir brauchen."
Elena lächelte entschlossen. "Dann lass uns ihre Zeremonie stoppen."