Sonnenaufgang auf dem Cerro Paranal
Polly verabschiedet sich von Camila beim Sonnenaufgang auf dem Cerro Paranal und fliegt nach Osten über die Anden.
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Keep it on your phone →Camila sollte die Kuppel bei Sonnenaufgang schließen. Sie schloss sie. Sie schrieb das Beobachtungsprotokoll der Nacht. Sie zog eine Fleecejacke für die kalte Morgenluft an. Dann stieg sie die Treppe zum Laufsteg hinauf und ging mit Polly auf der Schulter hinaus in die Luft.
Die Sonne war noch nicht aufgegangen. Die Milchstraße verblasste hinter einem blauen Streifen am östlichen Horizont.
Sie sprachen einige Minuten nicht.
"Das ist der letzte gute Moment der Nachtschicht", sagte Camila schließlich. "Direkt vor Sonnenaufgang. Alles ist erledigt. Die Daten sind unterwegs nach Deutschland. Die Kuppel ist geschlossen."
Eine blasse Linie am östlichen Horizont hinter den Anden wurde schärfer. Dann wurde sie ein Glühen. Dann erschien der erste Bogen der Sonne.
Die Farbe des Lichts war anders als alles, was Polly gesehen hatte. Es war fast weiß, fast violett. Es war Sonnenlicht ohne den Bearbeiter.
Die Kuppeln leuchteten zuerst auf, dann der Laufsteg, dann Camilas Hände auf dem Geländer.
Camila legte eine Hand auf Pollys Rücken. "Du wirst heute gehen", sagte sie. "Ich weiß immer, wann ein Besucher abreist."
Polly neigte ihren roten Kopf.
"Danke, dass du diese Woche hier warst", sagte Camila. "Es ist selten. Der nächste Besucher wird ein Doktorand sein, der promoviert. Dann ein Journalist. Dann ein anderer Astronom. Keiner von ihnen wird ein Papagei sein. Ich werde mich an den Papagei erinnern."
Diego kam auf den Laufsteg in einem grünen ESO-Polo. Er trug zwei Thermoskannen Kaffee. Er reichte eine an Camila. Er nickte Polly zu. Er stand mit ihnen, während die Sonne vollständig aufging.
Als sie oben war, streckte Polly ihre blau-türkisen Flügel. Sie hob sich von Camilas Schulter. Sie umkreiste die vier Kuppeln einmal, sehr langsam. Dann bog sie nach Osten ab, in Richtung der Anden.
Die Atacama fiel unter ihr ab. Die Kuppeln wurden zu vier kleinen weißen Flecken. Dann waren sie verschwunden. Die Wüste erstreckte sich weiter und weiter.
Sie richtete ihren Schnabel auf das, was als Nächstes kam.
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