Die Morgensonne ließ die Salzflächen wie Diamanten glitzern. Joaquíns Lastwagen holperte über den weißen Wüstenboden, während Polly sich am Dach festhielt. Sie betrachtete die seltsamen Muster im Salz, die sich überall ausbreiteten.
"Schau dort," Joaquín zeigte nach vorne. Mehrere pyramidenförmige Hügel erhoben sich aus dem flachen Boden. "Das sind Salzpyramiden, die wir beim Ernten aufbauen. Aber etwas ist anders."
Als sie näher kamen, sah Polly, was er meinte. Einige Pyramiden waren weiß, aber andere hatten grüne und rosa Farben, die durch sie hindurchliefen.
"Lithiumsole," rief eine junge Frauenstimme. Sie kam hinter einer der bunten Pyramiden hervor. "Sie macht das Salz schmutzig. Ich habe den ganzen Morgen Fotos gemacht."
"Elena," sagte Joaquín. Er klang stolz, aber besorgt. "Ich dachte, du wärst in der Verarbeitungsanlage."
"War ich," sagte sie und wischte sich die staubigen Hände ab. "Aber die neuen Bohrstellen sind näher, als die Firma uns gesagt hat. Die unterirdische Sole dringt durch das Salz nach oben." Sie zeigte ihnen Fotos auf ihrem Handy. "Die traditionellen Erntegebiete werden in nur wenigen Monaten zerstört sein."
Polly flog hinunter, um auf einer weißen Pyramide zu sitzen. "Können Salz und Lithium nicht zusammenarbeiten?"
Elena lachte, aber sie war nicht glücklich. "Die Bergbau-Manager sagen ja. Aber die Lithiumgewinnung braucht riesige Mengen Wasser in dieser trockenen Gegend. Sie hinterlässt giftige Becken, die Flamingos vergiften und unser Salz ruinieren."
"Du hast das Bergbauprojekt unterstützt," sagte Joaquín leise.
"Ich wollte Arbeitsplätze für die Menschen," antwortete sie. Dann ließ sie die Schultern sinken. "Aber nicht diese Zerstörung." Sie sah Polly an. "Du bist der reisende Papagei, der den Menschen hilft, oder?"
"Ich versuche es," sagte Polly.
"Dann hilf uns, das zu stoppen, bevor es zu spät ist," sagte Elena. "Wenn wir nicht bald handeln, wird es keine Salzflächen mehr geben."
Der Wind trug einen chemischen Geruch mit sich. In der Ferne flogen rosa Flamingos von ihrem Zuhause weg.