Am siebten Morgen sollte der Zug um 06:15 Uhr Moskauer Zeit in Wladiwostok ankommen, was 13:15 Uhr Ortszeit entsprach. Polly wachte beim ersten lokalen Licht auf, irgendwann um fünf.
Durch das Fenster hatte der Wald flachen Hügeln und Gras Platz gemacht. Der Pazifik lag irgendwo voraus. Sie konnte ihn fühlen, so wie man ein großes Gewässer spüren kann, bevor man es sieht.
Die letzte Station vor Wladiwostok war Ussurijsk. Der Zug hielt für fünfzehn Minuten. Polly sprang hinunter. Eine Frau verkaufte geräucherten Fisch von einem Klapptisch. Die Fische waren silbern. Die Augen waren noch klar. Polly probierte ein kleines Stück. Die Frau wickelte es in Zeitungspapier und nahm kein Geld. Manche Märkte funktionieren so.
Der Pazifik erschien gegen elf Uhr Ortszeit auf der rechten Seite des Zuges. Er war grau und hell.
Wladiwostok kam plötzlich. Die Stadt ist in Hügel gebaut, die bis zum Meer reichen. Der Zug fährt durch einen dieser Hügel. Das Ende der Strecke liegt am Hafen. Der Prellbock am Ende der Gleise ist vierzig Meter vom Wasser entfernt.
Der Zug machte seinen letzten Halt. Die Uhr über der Abteiltür, sieben Tage lang auf Moskauer Zeit, zeigte 06:23. Die lokale Uhr am Bahnhof zeigte 13:23.
Read it. Then say it.
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Polly sprang auf den Bahnsteig. Wladiwostok war eine Hafenstadt mit niedrigen Steingebäuden und steilen Straßen. Die Luft roch nach Fisch, Rost und Salz.
Am Ende des Bahnsteigs stand ein kleiner weißer Obelisk. Die Inschrift lautete KILOMETER 9.289. Das Ende der Strecke.
Polly stand eine lange Minute am Obelisken. Sieben Tage. Eine halbe Milliarde Jahre Uralgestein. Fünfundzwanzig Millionen Jahre Baikal. Ein Kran. Acht Zeitzonen, von denen der Zug nur eine beachtet hatte.
Sie streckte ihre Flügel. Der Pazifik lag gleich hinter der Hafenmauer. Sie erhob sich vom Bahnsteig, stieg über die Kräne des Containerhafens und hinaus über die Bucht.